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Gewaltfrei leben? Zwischen (Mehrfach-)Diskriminierung und dem „immer stark sein …“
Fachtagung am 2. November 2018, 09:30 – 16:00 Uhr

Menschen die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer vermeintlichen
‚Ethnizität‘ und/oder ihrer körperlichen und psychischen Verfasstheit als ‚anders‘ markiert werden, sind
häufiger als Menschen, die in eine vermeintliche Norm passen, von Diskriminierungen und Gewalt betroffen.
Richtet sich der Blick hier auf die Betroffene, wird entweder die Opferwerdung thematisiert – also die
ohnmächtige Person – oder aber die Bewältigung der Gewalt – also die Starke, die selbst verantwortlich ist
für ihr Wohlbefinden. Oft wird dann in der psychosozialen Versorgung von Gewaltbetroffenen angenommen,
entweder die Person erkrankt unter ‚ihren‘ Lebensbedingungen oder aber sie ist stark und  handlungshandlungsfähig. Doch Gewaltverhältnisse sind zugleich Machtverhältnisse, die durch diese Betrachtung aus dem Blick geraten.
Ziel der Tagung ist, aktuelle Ansätze der sozialen, therapeutischen und beraterischen Arbeit mit von Gewalt
Betroffenen kritisch zu würdigen. Dabei soll das Spannungsverhältnis zwischen Gewaltverhältnissen
als gesellschaftliche Machtverhältnisse und die individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit Raum haben.
In den Tagungsbeiträgen wird zum einen die Gewaltbetroffenheit von marginalisierten Personen wie queeren
und trans* Personen dargestellt, die auch von Rassismus, Behindertenfeindlichkeit und anderen Gewaltformen
betroffen sein können. Und zum anderen sollen dabei die Fragen fokussiert werden, was von den
Menschen die von Gewalt betroffen sind eigentlich erwartet wird: Was heißt es Gewalt bewältigen zu müssen?
Was macht es, immer gesagt zu bekommen, stark sein zu müssen? Wie sieht das überhaupt aus? Was
bedarf es dafür? Und wie kann ein gewaltfrei(er)es Leben überhaupt aussehen?

Programm
10:00 Begrüßung
Dr. Constance Ohms, Broken Rainbow e.V.; Leitung Beratungsstelle gewaltfreileben
Kai Klose, Staatssekretär; Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Frauenreferat der Stadt Frankfurt/M

10:30 Fachvortrag: Intersektionale Gewalterfahrung in der Migrationserfahrung
Dr. Muriel González Athenas
Historikerin der Universität Bochum mit Schwerpunkt z.B. auf Geschlechtergeschichte und Dekoloniale
Perspektiven und Praktiken; Mitglied des ExpertInnenteams des Queergesund Studienteams an der
TH Dortmund; zuletzt bei Kanak Attack und dem AK race/class/gender in Forschung und Lehre aktiv
11:30 Fachvortrag: Trauma als Folge von Gewalterfahrung und Strategien der Ermächtigung
Referentin von eigenMächtig e.V.
Ambulante Unterstützung für Frauen und Trans* mit Traumafolgesymptomen
13:00 Gemeinsame Diskussion: Zwischen (Mehrfach-)Diskriminierung und dem „immer stark sein …“
Daniela Khanh Duyen Tran
Spoken Word Artist, erzählt und schreibt über: Trauma, Erfahrungen aus der 2. Generation vietnamesischer
Migrant*innen, Rassismus & Barrieren als behinderte & chronisch kranke Person,
Depressionen, Sex und Sexualisierung als asiatische nicht-binäre Person; zuletzt aktiv in verschiedenen
queeren Projekten und der Hochschulpolitik der Universität Mainz
Merit Kummer
Diplom Sozialpädagogin*; arbeitet in der psychosozialen Beratung im rubicon Köln mit dem Schwerpunkt
auf Trans*Personen & nicht binäre Personen und deren Angehörige; gibt Fortbildungen zu
Trans* und queeren Theme; ist als Trans*Aktivistin zuletzt aktiv in der Aktion Standesamt 2018 –für einen dritten positiven Geschlechtseintrag
Muriel Gonzales Athenas
(siehe oben)
Rekha Hecht
Menschfrau geboren 1956; lebt zwischen den Stühlen, den Rollenerwartungen, den Diskursen;
im Berufsleben Archivarin
5. Sitz: Ihre Fragen und Perspektive

15:00 Abschlussdiskussion; Zusammenfassung
16:00 Ende
Durch das Programm führt Eva Georg (Diplom Soziologin; systemische Beraterin; Universität Marburg)

Wir bitten um Anmeldung bis zum 21. Oktober 2018 unter:
veranstaltung@broken-rainbow.de
Telefon: 069 43 00 52 33

Spendenbeitrag: 5€ bis 15€ nach Selbsteinschätzung

Veranstaltungsort
KA 1 (Ökohaus)
Kasselerstraße 1A
60486 Frankfurt am Main
www.gewaltfreileben.org

Flyer: gewaltfreileben fachtagung 2018_endfassung


Krisentelefon am Wochenende

samstag und sonntags von 18h bis 21h: 0151-25049749


Preisverleihung CouLe – Couragierte Lesben an unsere Leiterin Dr. Constance Ohms

Die Laudator*in Almut Dietrich

 

 

 

 

 

 


Wir suchen  Berater*innen für unsere zugehenden Beratungsangebote

Wir freuen uns über Verstärkung unserer Teams in
* Frankfurt und
* Kassel

Unsere Anforderungen:
Der/die Berater*in muss eine abgeschlossene Ausbildung in der psychosozialen Beratung nachweisen, oder aber in der letzten Phase der Ausbildung sein. Bevorzugt werden Menschen, die eine Ausbildung zur systemischen Beratung haben.
Der/die Berater*in muss befähigt sein, selbstständig zu arbeiten und sich mit den Kolleg*innen zu organisieren. Auch sollte sie zeitlich flexibel sein. Zudem muss sie eine enge Anbindung an die lesbischen, trans* oder queeren Communitys haben,da von uns der community-basierter Beratungsansatz zentral ist.

Wir bieten:
ein Arbeitsverhältnis auf Honorarbasis, je nach Weiterentwicklung der Angebote zwischen 3 und 6 Std. pro Woche. Bereitschaftszeiten werden mit 50% des Honorars vergütet. Ihre Interessensbekundung richten Sie bitte an nachfolgende Adresse:
Kontakt:
Broken Rainbow e.V.
Kasseler Str. 1A
60486 Frankfurt
E-Mail: frankfurt@broken-rainbow.de


 Unsere Beratungsangebote in 2018

Die Beratung an der JWG Universität findet donnerstags von 15h bis 18h statt: Gebäude PEG, G2.215 (Feministischer Salon).

Unsere offene telefonische Beratungszeit  ist dienstags bis donnerstags von 14h bis 18h.

Eine Beratung per Live-Chat ist montags bis mittwochs von 14h bis 18h möglich, donnerstags von 14h bis 22h. Datenschutz und Anonymität sind selbstverständlich.

Wir gewährleisten eine Antwort auf E-Mail Anfragen innerhalb von 2 Tagen.

 

In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an das bundesweite Notruftelefon für Frauen*: 0800 0116 016


Angeleitete Selbsthilfegruppe für Angehörige und Zugehörige transgeschlechtlicher Menschen: 14tägig immer dienstags

Mit dem Angebot einer angeleiteten Selbsthilfegruppe möchten die Aidshilfe Frankfurt und die Beratungsstelle gewaltfreileben fundierte Informationen zu Transsexualität/Transidentität und queerem Leben geben, und Eltern, Angehörigen und Zugehörigen von trans* und queeren Menschen einen diskriminierungsfreien und wertschätzenden Raum bieten, Vorbehalte, Wut, Enttäuschung, Versagensängste, Schuldgefühle usw. zu benennen.

Legt der_die Partner*in ihre Transidentität offen und entschließt sich, in ihrem Zielgeschlecht zu leben, werden damit auch eigene Lebens- und Beziehungsentwürfe in Frage gestellt. Manchmal hat man das Gefühl, vor einem Scherbenhaufen des gemeinsamen Lebens zu stehen. Trauer über den Verlust des bisherigen gemeinsamen Lebens und auch Enttäuschung über den_die Partner*in finden hier ihren Raum. Aber auch Wut. Manchmal kann dann ein von Wut getragenes Verhalten verletzend oder sogar gewalttätig sein. Auch darüber möchten wir reden.

Wann:  dienstags, 18h bis 19.30h, alle 2 Wochen
Wo: Kasseler Str. 1A (Ökohaus), Westflügel Raum 506, Frankfurt

Anmeldung: beratung@broken-rainbow.de oder unter 069 / 43 00 52 33