Gewalt

Unser Verständnis von Gewalt

In unserer Beratungsarbeit befassen wir uns vor allem mit verschiedenen Gewaltphänomenen, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind in engem Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung und/oder der geschlechtlichen Identität der betroffenen Person zu sehen. Wir unterscheiden zwischen:

  • Körperlicher Gewalt
  • Psychischer Gewalt
  • Verbaler Gewalt
  • Sexualisierter Gewalt
  • Digitaler Gewalt (Hetze auf Facebook usw.)

Ein weiterer, nicht so einfach zu fassender Gewaltbereich ist die „strukturelle Gewalt“, die dann entsteht, wenn Menschen zielgerichtet und bewusst der Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen verwehrt wird. Allerdings gibt es hier große Überschneidungen mit unserer Definition von Diskriminierung. Wenn allerdings der verwehrte Zugang beispielsweise zu einem Gesundheitssystem schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich zieht, sehen wir die Beschreibung als „Gewalt“ als angemesen an.

Ein Beispiel: Trans*Personen wissen oftmals schon sehr lange um ihre Transgeschlechtlichkeit. Eine Begutachtung durch Andere, vermeintliche Expert*innen, verletzt das Recht auf sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung und wird von transgeschlechtlichen Frauen oftmals als demütigend und entwürdigend wahrgenommen. Einige transgeschlechtliche Frauen* verübenSuizid ob der von ihnen wahrgenommenen hohen Hürden, in ihrem Zielgeschlecht leben zu können. Insofern können die strukturellen Rahmenbedingungen nach dem Transsexuellengesetz als gewaltförmig beschrieben werden.